Grenzübergänge – Teil I

Tagung vom 20. bis 23. August 2026 - Ascona

 

Donnerstag, 20. August

14.30  Begrüssung: Armin Morich
14.45 - 15.30 Dr. Jens Heise, Heidelberg

Japanischer Geist / westliche Technik – Positionen der japanischen Moderne

15.30 - 16.00 Kaffeepause
16.00 - 16.45 Vortrag 2. Teil
Kurze Pause
17.00 - 18.30 Diskussion
im Anschluss Apéro auf der Piazza


Freitag, 21. August


9.30 - 10.30 Prof. Dr. Jörg Lauster, München

Über die Grenze – christliche Geistesgegenwart: Begegnungsraum auf dem Hintergrund östlicher Religionen?

10.30 - 11.00 Kaffeepause
11.00 - 12.00 Vortrag 2. Teil
15.00 - 16.30 Diskussion


Samstag, 22. August


9.30 - 10.30 Prof. Dr. Kazuma Matoba, Witten

Neue Forschungswege kollektiver Traumaintegration: „Witnessing“ als Selbst-Teilnahme


10.30 - 11.00 Kaffeepause
11.00 - 12.00 Vortrag 2. Teil
15.00 - 16.30 Diskussion
19.00 Gemeinsames Nachtessen


Sonntag, 23. August


9.30 - 10.30 Osamu Okuda, Bern

Paul Klee und (Zen)-Buddhismus


10.30 - 11.00 Kaffeepause
11.00 - 12.00 Vortrag 2. Teil
12.45 - 14.00 Diskussion
ca. 14.00 Schluss der Tagung

 

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Die Referenten

Herr Dr. Jens Heise ist Privatdozent für Philosophie an der Universität Heidelberg. Er studierte Philosophie und Japanologie in Hamburg und Berlin. 1989 folgte die Promotion mit dem Thema „Traumdiskurse: Die Träume der Philosophie und die Psychologie des Traumes“. Bedeutsam ist seine intensive Auseinandersetzung mit der Philosophie Herders (Sprach- und Geschichtsphilosophie). Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen Philosophische Anthropologie, Kulturphilosophie, Philosophie in Japan und Psychoanalyse. Zu seinen Veröffentlichungen zählen u.a., 1995 Die Philosophie Japans sowie 2023 Das Prinzip der Unergründlichkeit – Plessners Anthropologie und die Frage nach dem Menschen in Watsujis Ethik. Ausgehend von der Modernisierung Japans, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Leitsatz wakon-yôsai: japanischer Geist / westliche Technik stand, setzt sich Heise in seinem Eranos-Vortrag mit den Wandlungen seit Anfang des 20. Jahrhunderts auseinander und verdeutlicht, dass die Frage nach dem Menschen in der Moderne interkulturell ausgerichtet sein sollte. Entscheidend ist die Einsicht in die Unverfügbarkeit von Welt und die Fundierung durch buddhistisch inspirierte Begriffe wie Nichts oder Leere, die diese Botschaft verstärken.

Herr Prof. Dr. Jörg Lauster studierte Evangelische Theologie, Philosophie und Romanistik in München, Tübingen und Heidelberg. Sein Vikariat und die Ordination erfolgten an der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. 2003 erhielt er den Preis für exzellente Lehre des Senats der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Seit 2006 ist er Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie an verschiedenen Universitäten, u.a. mit Gastprofessuren in Venedig, Rom und Santiago (Chile). Seit 2015 hat er die Professur für Systematische Theologie (Dogmatik, Religionsphilosophie und Ökumene) der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilian-Universität München inne. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Kultur-, Sinn- und Ideengeschichte des Christentums, liberale Theologie und die „Hidden Ideas“ der Moderne, die Theologie der Natur sowie Michelangelo. Zu seinen Buchpublikationen zählen u.a. „Der Heilige Geist. Eine Biografie“ (2021) und „Das Christentum. Geschichte, Lebensformen und Kultur“ (2022). In seinem Eranos-Vortrag skizziert er wichtige Elemente des christlichen Grenzübergangs. Die christliche Tradition beschreibt die Gegenwart Gottes in der Welt nicht nur, aber auch als die Gegenwart seines göttlichen Geistes. Diese wird erlebt als ein Grenzübergang, als die Eröffnung einer anderen Perspektive auf Welt und Leben.

Herr Prof. Dr. Kazuma Matoba wurde in Kobe, Japan, geboren und wuchs in Sapporo auf. Nach dem Bachelor- und Masterstudium in Linguistik und Internationalen Beziehungen an der Sophia-Universität in Tokio promovierte er 1996 im Fachbereich Kommunikation an der Universität Duisburg in Deutschland. Nach seiner Habilitation zum Thema „Transformativer Dialog“ lehrte und forschte er an der Universität der Bundeswehr München und an der Universität Witten/Herdecke. Seit 2022 leitet er in Witten die „Research Unit: Global Social Witnessing and Collective Trauma Integration“ und begleitet gemeinsam mit Thomas Hübl, PhD, den Universitätszertifikat-Lehrgang „Collective Trauma Integration Process“. Sein Vortrag stellt ein bewusstseinsbasiertes Forschungsparadigma zur Untersuchung und Integration kollektiver und historischer Traumata vor. In Anlehnung an Thomas Hübl und in Resonanz mit dem tiefenpsychologischen Verständnis des kollektiven Unbewussten bei C. G. Jung wird kollektives und historisches Trauma nicht als abgeschlossenes historisches Ereignis begriffen, sondern als gegenwärtig wirksames Organisationsprinzip.

Herr Osamu Okuda, geboren in Osaka, Japan, ist einer der weltweit führenden Klee-Spezialisten. Er studierte zuerst Kunstgeschichte an der Universität Kobe und arbeitete 1980 an einer großen Klee-Ausstellung in Tokio mit. Es war die Faszination für den Schweizer Künstler, die ihn aus Japan nach Europa brachte, wo er am Kunsthistorischen Seminar der Universität Bern studierte. 1996 bis 2004 war Okuda als wissenschaftlicher Assistent an der Paul-Klee-Stiftung im Kunstmuseum Bern und von 2005 bis 2016 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum Paul-Klee tätig. Seine Arbeiten umfassen zahlreiche Publikationen, u.a. Paul Klee und der Ferne Osten. Vom Japonismus zu Zen (2013). Okuda stellte zudem selbst als Objektkünstler und Performer aus, u.a. in der Kunsthalle Bern 2002.